Wenn Stiftung Warentest aktuelle Fernseher in die Mangel nimmt, gerät der Test schnell zum massiven Rundumschlag. Aus beinahe jeder Größenklasse schnappen sich die Tester eine Handvoll Fernseher und lassen sie das strenge Testprozedere durchlaufen. In der aktuellen Ausgabe überraschen die Warentester dagegen mit einer sehr gezielten Auswahl und beschränken sich auf 18 Modelle in den zwei gängigsten Größenklassen mit Bildschirmdiagonalen zwischen 32 und 42 Zoll. Zehn davon sind fit für 3D – allerdings teilweise in grob unterschiedlicher Qualität.
Selten fiel ein Testergebnis bei Stiftung Warentest deutlicher aus. Mit Platz eins unter den „Kleinen“ (32 Zoll) und den kompletten Podiumsplätzen bei den „Großen“ (40 bis 42 Zoll) dominiert Samsung nach Belieben. Der Shooting Star unter den Technikkonzernen lässt die Konkurrenz besonders in der 32-Zoll-Klasse alt aussehen. Als einziges Modell erreicht der Samsung UE32ES6710 mit der Note 2,1 eine gute Bewertung – der Philips 32PFL5007K liegt als zweitbestes Gerät bereits deutlich dahinter („befriedigend“; Note 2,6). Die beste Bildqualität, der beste Ton und die beste Handhabung gehen ebenfalls an Samsung. Lediglich beim Stromverbrauch ist der Grundig VLE 725 G sparsamer – allerdings auf Kosten der Bild- und Tonqualität.
Noch deutlicher fällt die Alleinherrschaft bei den 40- bis 42-Zöllern aus. Den ersten Platz teilen sich der Samsung UE40ES7090 und der Samsung UE40ES8090. Einziger Unterschied der beiden Testsieger: die 8090er-Version ist die Luxus-Edelstahlausgabe des 7090 und ansonsten komplett identisch. Selbst der drittplatzierte Samsung UE40ES6710 liegt mit der Note 2,2 noch vor der Konkurrenz. Dabei hätte Sony mit dem KDL-40HX755 durchaus um den Testsieg mitspielen können – wäre da nicht der grobe Patzer im 3D-Modus. Wer seinen Kopf nicht vollkommen gerade hält, hat nicht mehr viel vom 3D-Effekt. Je geneigter der Kopf, desto weniger räumlich wirken die Bilder. Immerhin erreichen neben dem Samsung-Trio vier weitere Fernseher das Testurteil „gut“ und bieten damit lohnende Alternativen.
Insgesamt liefert jedoch besonders die Tonprüfung ein ernüchterndes Ergebnis. Lediglich die Samsung-Fernseher werden beim Ton mit „gut“ bewertet, acht der 18 getesteten Fernseher klingen nur „ausreichend“. Positive Entwicklungen stellten die Tester dagegen bei der Vielseitigkeit fest, Smart-TV sei Dank. Anschlüsse, Ausstattungsvielfalt und Internetfunktionalität überzeugen bei immerhin 16 der getesteten Fernseher. Die Unsitte der fehlenden 3D-Brillen im Lieferumfang behalten viele Hersteller dennoch bei. Nach Stiftung Warentest müsste das Fazit lauten: Die aktuelle Fernseher-Generation ist gut – Samsung ist besser. Philips, Panasonic und Sony bleiben dem Spitzenreiter jedoch auf den Fersen.