Nikon 1 V1 im Test – das hat System

Nikon 1 V1 TestEs braucht keinen Spiegel mehr – das gilt zwar nicht im Auto und auch nicht im Bad, aber allemal bei den Digitalkameras. Der große Kamera-Trend 2011 waren spiegellose Systemkameras, und ein Ende dieser Entwicklung ist auch 2012 noch lange nicht in Sicht. Mit Wechselobjektiven bieten diese Multitalente die Flexibilität einer Spiegelreflexkamera und kombinieren sie mit den geringen Ausmaßen und dem Bedienkomfort einer Kompaktkamera. Auch Stiftung Warentest hat den Trend erkannt und eine ganze Ladung von Spiegellosen getestet – unter die sich interessanterweise eine einsame Spiegelreflexkamera verirrt hat. Das Ergebnis fällt überraschend aus: Denn mit der Nikon 1 V1 wird die Kamera eines Herstellers Testsieger, der sich erst spät für den Einstieg in die spiegelfreie Welt entschieden hat.

Während sich andere Hersteller bereits mit mehreren Modellen auf dem Markt etabliert haben, ging Nikon eher zögerlich an diese Kamera-Klasse heran. Im Nachhinein zahlt sich die Geduld bei der Entwicklung der ersten spiegellosen Nikon-Systemkamera aus, denn die Nikon 1 V1 wird direkt zum Highlight. Im Systemkamera-Test von Stiftung Warentest lässt sie alle 15 Konkurrenzmodelle hinter sich und fährt den Testsieg ein. Die Ergebnisse spiegeln genau das Konzept der V1 wider: Gute Bildqualität gepaart mit komfortablen Automatikfunktionen und einfacher Handhabung. Zwar erzielt die V1 nur bei der Videofunktion den Bestwert im Test, leistet sich aber keine nennenswerten Schwächen.

Anders als das zeitgleich erschienene Schwestermodell Nikon 1 J1 verfügt die V1 über einen Sucher. Der ist elektronischer Natur und erweist sich als sehr hochauflösend – ebenso wie das vielseitige Display. Einen Blitz sucht der Fotograf allerdings vergebens, ein Zubehör-Modul für diesen Zweck ist lediglich separat erhältlich. Die Schlichtheit des hochwertigen Gehäuses setzt sich auch bei der Bedienung fort: Nichts wirkt überladen, alle wichtigen Funktionen lassen sich mit wenigen Tasten und einem Moduswählrad ansteuern.

Diese gewollte Einfachheit macht die Nikon 1 V1 auch für Hobbyfotografen interessant, die ohne große Einstell-Orgien fotografieren möchten. Für Schnappschüsse ist die V1 ebenfalls uneingeschränkt geeignet, der Autofokus arbeitet pfeilschnell. Ihre hervorragenden Geschwindigkeitswerte machen sich besonders bei Serienbildern bemerkbar: Dann feuert die Nikon 1 V1 aus allen Rohren und macht überragende 60 Bilder pro Sekunde.

Der Einstieg in die Systemkamera-Welt ist Nikon mit der V1 bestens gelungen. Für Aufsteiger aus dem Segment der Kompaktkameras ist sie zwar nicht the one and only, aber zumindest eine hochinteressante Alternative zu den gängigen Spiegellosen. Im Set mit einem Objektiv kostet die Nikon 1 V1 derzeit – je nach Variante – zwischen 700 und 800 Euro.

Nikon 1 V1 Test

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