Navi oder Smartphone – wer navigiert besser?

Falk Vision 700 TestGarmin-Asus nüvifone M10 Test

Navigationsgeräte sind schon lange gewohnte und zuverlässige Begleiter im Straßenverkehr. Einfach das gewünschte Ziel eingeben und eine freundliche Stimme führt den Autofahrer im Normalfall auf dem schnellsten Weg dorthin. Nun muss es heute aber nicht mehr unbedingt ein spezialisiertes Gerät sein: Denn wer ein Smartphone besitzt, kann sich auch von den tragbaren Multitalenten ans Ziel führen lassen. Alle großen Hersteller bieten mittlerweile Navigationssoftware für ihre Smartphones an, einige sogar kostenlos. Aber wer navigiert besser? Kann die Nebenbei-Navigation wirklich mit den Verkehrs-Experten mithalten?

Stiftung Warentest hat vier Smartphones mit Navigationssoftware und zehn mobile Navigationsgeräte getestet. Bei den klassischen Systemen schneiden acht von zehn Modellen mit „gut“ ab. Die besten Geräte im Navi-Test: Das Falk Vision 700, das Garmin nüvi 3790T und das Medion GoPal X4545, jeweils mit der Note 2,2 („gut“). Die besten Stauinformationen bescheinigen die Tester dem TomTom Go Live 1000 (Note 2,4), dessen Live-Dienst am zuverlässigsten arbeitete.

Die Smartphone-Riege schlägt sich beachtlich. Denn die getestete Software navigiert teilweise gar nicht mal schlechter als die Spezialgeräte. Am besten schneidet das Garmin-Asus nüvifone M10 ab. Das Problem: Das mit Fokus auf die Navigationsfunktion eigens entwickelte Gerät ist eigentlich mehr Navi als Smartphone und schwächelt bei den eigentlichen Aufgaben eines Handys. Im parallel durchgeführten Smartphone-Test erreicht es deshalb nur die Note 3,4 („befriedigend“). Das Programm Navigon Select, getestet auf dem Apple iPhone 4, kann ebenfalls überzeugen. Deutlich schwächer schneidet bereits die Software Ovi Maps ab, getestet auf dem X6 von Nokia. Sie liefert zwar ordentliche Leistungen, jedoch ist die Bedienung schwierig und der Lautsprecher deutlich zu schwach. So können laut Stiftung Warentest einzelne Ansagen schon mal im Verkehrslärm untergehen. Besitzer eines HTC Desire oder anderer Smartphones mit dem Betriebssystem Android können Google Maps Navigation ausprobieren. Die Software arbeitet zuverlässig und immer auf Basis des neuesten Kartenmaterials. Der Nachteil: Es entstehen Datenübertragungskosten, da das Smartphone die Navigation-Anfrage immer an Google weiterleitet und „Offboard“ bearbeitet.

Ausgedient haben Navigationsgeräte deshalb allerdings nicht. Die Smartphone-Navigation empfiehlt sich besonders für Gelegenheitsnutzer und Fußgänger. Vielfahrer sollten dennoch beim klassischen Navi bleiben: Die meisten Modelle bieten laut Stiftung Warentest eine höhere Anzeigequalität, besser verständliche Ansagen und komfortablere Bedienung.

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